Wintersportler werden im Sommer gemacht

16177573_1555467157800886_3164257988133996904_o

Wintersportler werden im Sommer gemacht

Schlussspurt

Nach einem erfolgreichen Europacupfinale in Obersaxen Ende März ging langsam aber sicher nicht nur meine Saison, sondern auch meine Kräfte zu Ende. Rückblickend bin ich mehr als zufrieden. Nach langer Verletzungspause konnte ich mich durch die ganze Saison, Training für Training und Rennen für Rennen steigern. Mit dem 2. Platz in der Europacupgesamtwertung setzte ich meiner ersten Weltcupsaison überhaupt, noch ein Schlusskrönchen auf. Doch wie gesagt, die lange Saison ging nicht ganz spurlos an mir vorbei. So fühlte ich mich an den letzten Renntagen, vor allem mental, ausgelaugt und erschöpft.

Nach dem Finale gönnte ich meinem Körper zuerst einmal 7 Tage Trainingspause. Gleichzeitig benötigte mein Kopf die Zeit, das Geschehene richtig einzuordnen und die Saison verarbeiten zu können.

 

Aufbauen, aufbauen, aufbauen

Doch wie verordnet man einem Bewegungsmenschen wie mir, eine ganze Woche komplette Trainings-Ruhe? Ehrlich gesagt, hielt ich es fast nicht aus; ohne Scherz! Umso grösser war die Vorfreude als ich anfangs April mit meinem neuen Sommer-Trainingsplan starten durfte.

Doch Sommer bedeutet für mich nicht nur konditioneller Aufbau. Neben dem Training bin ich in den Sommermonaten hauptsächlich bei der Arbeit als Orthopädietechnikerin anzutreffen. Die handwerklich technische Arbeit in der Werkstatt und gleichzeitig den menschlichen Kontakten zu unseren Patientinnen und Patienten, sind für mich der perfekte Ausgleich zum Spitzensport. In den schneefreien Monaten arbeite ich möglichst viel über mein Pensum, um in der Wintersaison, wenn ich mit dem Skiteam unterwegs bin, von meinen Überstunden über die Runden zu kommen.

Seit anfangs April bin ich also wortwörtlich am Aufbauen. Konditionell im Training und Überstundenmässig bei der Arbeit. Es fägt!!

An dieser Stelle möchte ich ein riesen Dankeschön meinem Arbeitgeber OrthoTeam AG in Bern aussprechen! Ohne die grosse Flexibilität und das grosszügige Entgegenkommen wäre meine Spitzensport- und Arbeitswelt in diesem Ausmass nicht kombinierbar!

 

Wings for life Run

Neben dreimal die Woche Kraft, Stabilität, Sprünge und Koordination, arbeite ich zwei bis dreimal die Woche an meiner Ausdauer. Meine Sportprothese mit Karbonfeder bietet mir dabei eine grosse Freiheit und neue Trainingsmöglichkeiten. So habe ich mir als erstes Zwischenziel den Wings for life Worldrun gesetzt, welchen ich anfangs Mai mit einer persönlichen Bestmarke von 8,2 Kilometern erfolgreich absolvierte.

 

Erstes Schneetraining

Der Frühling hat erst gerade begonnen, ich bin sehr gut im Konditionsaufbau drin und trotzdem freue ich mich jetzt schon wieder, wenn ich anfangs Juni, zum ersten Mal in der neuen Saison, wieder auf dem Ski und in Val dÌsere trainieren darf!

 

Liebe Grüsse

Elena