Spitzensport während der Ausbildung – ein Balanceakt

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Spitzensport während der Ausbildung – ein Balanceakt

Im Moment richte ich mein ganzes Leben auf zwei grosse Ziele aus. Mein sportliches Ziel sind die Winter-Paralympics 2018. Doch zu meinem zweiten Ziel habe kein ich Jahr mehr zur Vorbereitung, nein, sogar nur noch wenige Monate! In diesem Sommer schliesse ich nämlich meine Lehre als Orthopädistin ab.

Die vier Jahre in meinem Lehrbetrieb Bente Orthopädie- und Rehatechnik AG in Buchs SG, vergingen wie im Flug. Und trotzdem ist es bis jetzt nicht immer leicht, den Sport und die Ausbildung unter einen Hut zu bringen. Ich musste lernen, meine Zeit akribisch genau einzuteilen, um jede freie Minute neben der Arbeit für ein Training zu nutzen. Natürlich gelingt mir das nicht immer gleich gut. Es gibt auch Tage, da komme ich so erschöpft von einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause, dass ich im Stehen einschlafen könnte. Trotzdem versuche ich immer mein Bestes zu geben, auch um meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden. Rückblickend war und ist es auch jetzt noch eine enorme Entlastung für mich, dass mich mein Lehrbetrieb mit 40 Tagen pro Jahr unterstützt, die ich für Trainings und Wettkämpfe während der Arbeitszeit einsetzen darf. Anders gesagt, bedeutet das, dass ich meine Ausbildung in einem 80 Prozent Pensum absolviere und deshalb in kürzerer Zeit den gleichen schulischen Stoff und die gleiche handwerkliche Erfahrung erlernen muss. Dies führt nicht selten zu einer Nachtschicht, was mich natürlich wiederum von der wichtigen Erholung abhält. Aus dieser Sicht bin ich froh, wenn ich alle Prüfungen hinter mir habe und ich ab diesem Sommer den Kopf voll auf mein grosses sportliches Ziel fokussieren kann. Drückt mir die Daumen!