Intensives Sommertraining mit Folgen

Wie in meinem letzten Blogeintrag angekündigt, startete ich voller Tatendrang in die Sommertrainingsphase. Vielleicht sogar ein bisschen zu intensiv. Doch dazu später mehr.

Mit grosser Vorfreude holte ich mein Bike von den Rollen und startete meine Trainingsrouten von zu Hause aus. Obwohl ich schon nach kurzer Zeit Schmerzen am Stumpf spürte, wollte ich meine Route dickköpfig beenden. Doch als ich vom Bike steigen und wieder loslaufen wollte, zeigte mir der Schmerz meine Grenzen auf und mir wurde mal wieder klar: Mein Kopf ist manchmal stärker als mein Körper.

Die Kontaktstelle zwischen Stumpf und Prothese wird speziell beim Velofahren durch die ständige Reibung extremen Belastungen ausgesetzt, was oft zu Blasen und offenen Druckstellen am Stumpf führt. Das Ganze wird natürlich noch begünstigt durch die warmen Temperaturen. Auch dieses Mal blieb ich leider nicht verschont, im Gegenteil. Die ganze Sache entzündete sich noch zusätzlich, so dass ich danach mehrere Tage ohne Prothese und mit Krücken unterwegs war. Da dieses Risiko für mich immer mitspielt, war es keine grosse Sache, meinen Trainingsplan umzustellen und vermehrt Rumpfkraft und einbeinig zu trainieren. Zum Glück erholte sich meine rechte Seite noch rechtzeitig, um fast schmerzfrei am Konditionstrainingslager mit dem gesamten Swiss Paralympic Ski Team in Nottwil teilzunehmen.

Ich habe gelernt, besser auf meinen Körper zu hören und früher die Bremse zu ziehen, nicht erst, wenn es zu spät ist und eine kleine Sturheit ein wochenlanges Heilungsprozedere nach sich zieht. Mit dieser Erfahrung führe ich meine Sommer-Challenge weiter, um schon anfangs Winter fit auf der Piste stehen zu können. Trotzdem gilt natürlich: Lieber im Sommer beim Training an meine Grenzen stossen als im Winter auf der Piste.